27-10-09
Nur Lippenbekenntnisse?
Büchen (peh) – Am 23. Juni hatten rund 20 Jugendliche, die sich in ihrer Freizeit gern auf der Skateranlage am Rodelberg treffen, für Aufsehen gesorgt. Sie nutzten die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Jugend, Kultur, Sport und Soziales als Podium und vertraten selbstbewusst ihre Interessen und Bedürfnisse. Dabei hatten sie nicht nur ihre Skateboards unterm Arm, sondern jede Menge guter Ideen im Gepäck, um die arg beschädigte Skateranlage instand zu setzen und attraktiver zu gestalten. Die Jugendlichen boten zudem an, selbst mit anzupacken, wenn es um die Reparatur ihrer geliebten »Pipe« geht. Die Büchener Ausschussmitglieder zeigten sich sichtlich beeindruckt vom Engagement der Skater, versprachen zwar keine Wunder, sagten aber Hilfe und die Prüfung der eingereichten Pläne der Jugendlichen zu. Rund vier Monate später scheint das Thema die Gemeindevertreter weit weniger zu bewegen, mit Ausnahme des Ausschussvorsitzenden Niels Kraft. So reichte er auf der jüngsten Sitzung des Jugendausschusses einen SPD-Antrag ein, wonach 5.000 Euro zur Sanierung der Skateranlage im kommenden Etat einzuplanen seien. »In einem 12-Millionen-Haushalt sollten wir diesen Betrag dafür schon übrig haben.
»Ich denke, die Gemeinde sollte hier in Vorleistung gehen«, sagte Niels Kraft, der die Entschlussfreudigkeit der Büchener Politik offenbar überschätzt hatte. »Bevor wir hier eine Empfehlung an den Finanzausschuss geben, sollten wir uns erst die Pläne und Ideen der Skater ansehen und in den Fraktionen beraten«, wandte Hubertus Doering ein, obwohl die Unterlagen dem Ausschuss bereits seit zirka vier Monaten vorlagen. Während über den Antrag so erst gar nicht abgestimmt wurde, schlug der Bürgervorsteher unterdessen eine Boule-Bahn für das Waldschwimmbad vor. Vielleicht ist es nun bloß eine Frage der Zeit, bis die Jugendlichen in das richtige Alter kommen, um ihr Herz für das beschauliche Boule-Spiel zu entdecken und ihr Skateboard an den Nagel zu hängen.