09-02-10
Ortsverein Büchen ist jetzt ohne Führung
Büchen (br) – Für viele nicht überraschend, trotzdem aber schmerzlich, war die Absage von Amtsträger Lars Frank, nicht wieder als Vorstandsvorsitzender zu kandidieren. Er habe sich die Entscheidung keineswegs leicht gemacht, begründete dieser auf der Jahreshauptversammlung am Freitag in der Büchener Waldhalle. Bevor er jedoch seinen Blick auf die zurückliegenden vier Jahre richtete, zeichnete er zwei Mitglieder für langjährige Treue aus: Schriftführer Stephan Schumacher für fünf Jahre und Kurt Fielhauer für stolze 60 Jahre. Dann startete Frank seine Rückblende, die er mit dem Hinweis begann, dass seine Wahl zum Ortsver-
einschef vor vier Jahren nicht bei allen gern gesehen worden war. Das habe letztendlich zum Bruch alter lebenslanger Freundschaften geführt und zur Torpedierung vieler seiner Vorschläge. Aber, so betonte er, die Gegner haben es nicht geschafft, ihn klein zu bekommen.
Obschon in Franks Worten die Bitterkeit nicht zu überhören war, bemühte er sich um Sachlichkeit bei seinen Ausführungen. Sie skizzierten die erfolgreichen Stationen seiner vierjährigen Amtszeit, die ihn und ein komplett neues und verjüngtes Vorstandsteam durch bewegte Zeit führte. Für Frank standen gleich zum Auftakt die Finanzen im Fokus. Die Bereitschaft, seit vielen Jahren Rückgrat des Ortsvereins, erhielt umgehend ein eigenes Budget, das ihnen selbstständiges Wirtschaften ermöglichte. Weiter wurde die Fahrzeugausstattung sukzessive auf den neuesten Stand gebracht und die gesamte Rettungsdiensttechnik modernisiert. Somit hält der Ortsverein heute einen Ausrüstungsstandard, der weiter geht als der, den die hauptamtlichen Rettungswagen haben.
Bereits ein Jahr nach seinem Amtsantritt hatte Frank die 25-Jahr-Feier des Vereins auszurichten. Er verband diese mit einer groß angelegten Mitgliederwerbung, da die Zahlen zu dem Zeitpunkt auf dem denkbar niedrigen Stand von 300 waren. Durch seine Initiative erhöhten sie sich bis 2009 auf 480.
Weiter stand eine geplante Sanierung des DRK-Heimes an der Möllner Straße auf dem Durchführungsplan des Vereins. Das führte laut Frank zu einer langandauernden Belastungsprobe für die Verantwortlichen, weil durch viele, nicht vom DRK zu beeinflussende Faktoren letzten Endes ein Neubau aus der beabsichtigten Renovierung wurde.
Diese zahlreichen Großprojekte haben Frank und sein Team durch geschicktes Wirtschaften immer mit einer soliden Haushaltslage realisieren können. Auch jetzt ist die Lage nicht schlechter als vor vier Jahren, mit dem Unterschied, dass der Ortsverein vieles dazugewonnen hat. Das beweist, dass die Zielsetzungen absolut praxisorientiert waren, betonte der Kreisverbandsvorsitzende Dieter Dreyer. Er bedauerte Franks Entscheidung, nicht erneut zu kandidieren. Dieses Bedauern brachten auch viele der über 100 anwesenden Mitglieder zum Ausdruck und wünschten sich ein Umschwenken. Doch Frank blieb bei seiner Entscheidung, ebenso wie seine Stellvertreterin Claudia Hondt und der nicht anwesende zweite Vorsitzende Thomas Reuter. Für alle drei Posten fanden sich auf der Versammlung keine Nachfolger, sodass Frank sich gezwungen sah, seinen Rücktritt schriftlich einzureichen. Ansonsten hätte er das Amt laut Satzung weiterführen müssen, bis ein Nachfolger feststeht.
Nun sind die 480 Ortsvereinsmitglieder in der Situation, einen Vorstand finden zu müssen, um nicht ohne Führung dazustehen. Zu diesem Zwecke hat sich eine vierköpfige Findungskommission aus Henning Siemann, Knut Koop, Bianca Blödow und Alexander Wirtz gebildet, der nun die schwere Aufgabe zukommt, den Ortsverein wieder zu der Lebendigkeit und wohlwollenden Anteilnahme zurückzuführen, die er unter Frank entwickelt hatte.