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04-05-10

Vollzeit-Bürgermeister und kein Student

 


Bürgermeister Dr. Volker Manow: ein Mann des Ausgleichs.Foto: Gabriele Kasdorff

Geesthacht (gak/ok) – Zeit für ein erstes Fazit. In wenigen Tagen ist Bürgermeister Dr. Volker Manow bereits einhundert Tage im Amt. Zuvor lange Jahre als erster Stadtrat für Geesthacht tätig, kennt er die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters. »Im täglichen Dienst hat sich nicht viel geändert, aber es ist anstrengender als vermutet«, lächelte er. Bei den seltener gewordenen Spaziergängen mit seiner Ehefrau Sabine gibt es kaum noch Privatsphäre, viele Bürger wünschen ein Wort mit dem ersten Mann der Stadt zu sprechen und ihre Sorgen abzuladen.

 
Die Position des ersten Stadtrats ist weiterhin unbesetzt. Am 6. Mai werden sich zwei der drei Bewerber vorstellen, am 11. Juni in der Ratsversammlung wird der neue erste Stadtrat von den Fraktionen gewählt.
Etliche Projekte sind von Manows Vorgänger Ingo Fokken angeschoben worden, »Geesthacht an die Elbe« sei allerdings inzwischen gestorben. Erfreut berichtete Manow: »Die Anzahl der bis 2013 zu schaffenden Krippenplätze haben wir bereits jetzt mehr als erfüllt. Über vierzig Prozent der Ein- bis Dreijährigen können untergebracht werden.« Zum Thema Umgehungsstraße: »Eine Beschleunigung ist nicht möglich.«

 
Den ersten Spatenstich für die Hafencity und den Masterplan Westhafen während seiner ersten Amtszeit würde Bürgermeister Manow als echten Erfolg werten, wenn es denn zu keinen Verzögerungen käme.
Mit Lauenburg in Konkurrenz steht Geesthacht bei der Schaffung eines Containerhafens. Aufgrund der Wirtschaftskrise ging in Hamburg der Containerumschlag erheblich zurück, Rotterdam hat wegen der besseren Lage Aufträge hinzugewinnen können. »Ich bin sehr vorsichtig bei diesem Thema, das sollte gründlich geprüft werden«, wägt Manow Chancen und Risiko ab. Auch im Hinblick einer möglichen Verwaltungskooperation zwischen Lauenburg und Geesthacht blieb er entspannt: »Wir schauen uns erst einmal die Kooperation zwischen Flensburg und Glücksburg vor Ort an, dann sehen wir weiter.«
In Geesthacht hält sich seit einiger Zeit hartnäckig das Gerücht, dass der Bürgermeister neben seinen Amtsgeschäften Betriebswirtschaftslehre studiere. Empört wies Dr. Manow dies zurück: »Das ist absoluter Unsinn, dazu habe ich nun wirklich keine Zeit.« Ein Blick auf seinen Kalender spricht eine deutliche Sprache, fast im Stundenrhythmus Besprechungen und an den Abenden Ausschusssitzungen sowie Versammlungen. Der Bürgermeister zählte das Programm der folgenden Abende auf: »Mittwoch CDU-Fraktion, Donnerstag Gesellschafterversammlung Stadtwerke, Freitag VfL-Ball, Sonntag Diakonie, Montag Polizeibeirat, Dienstag Sozialausschuss, Mittwoch Ältestenbeirat, Donnerstag Hauptausschuss, Freitag Ratsversammlung, Sonnabend Spargelfest, Montag Kleines Theater Schillerstraße Gesellschafterversammlung. Und so geht es Tag für Tag weiter.«


Bürgermeister Manow sieht in Kontinuität sowie Vermittlung zwischen Verwaltung und Politik eine wesentliche Aufgabe seines Amtes. Selber parteilos, vermittelt er zwischen den beiden großen Parteien und deren Koalitionspartner: »Der Weg ist egal, das Ziel ist entscheidend.«

 
Abwägen und Mehrheiten für Entscheidungen finden, damit diese von allen getragen werden, das ist seine Politik. So wurde auch die Entscheidung für die gebundene Gemeinschaftsschule gefunden. Die städtischen Wohnungen müssten nicht zwingend von der Stadt betrieben werden. »Es ist mir wichtig, den Finger darauf zu halten, weil diese Wohnungen unerlässlich für das soziale Klima in der Stadt sind«, begründete er. »Guten Mutes«, ist er bezüglich eines Konsens der Fraktionen bei der Fußgängerzone Bergedorfer Straße (siehe gesonderter Beitrag in dieser Ausgabe) und sprach von der Notwendigkeit der Beitragserhebung. »Wie kommen wir künftig mit dem Geld in Geesthacht aus, das wird meine Hauptaufgabe für die nächsten Jahre sein«, sagte er. Das er hierbei stets auf die Unterstützung aller Mitarbeiter rechnen kann, hat er inzwischen erfahren und weiß: »Ich bin als Bürgermeister unglaublich darauf angewiesen.« Mehr Verständnis füreinander unter den Bürgern der Stadt, würde er sich für die nächsten Jahre wünschen. Eine Stadt, in der er und seine Familie sich zu Hause und wohl fühlen. »Ich werde weiter mein Bestes für die Stadt und seine Bürger tun«, sagte Manow mit fester Stimme. Glaubwürdigkeit sei eines seiner herausragendsten Persönlichkeitsmerkmale.



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