21-07-10
Edles Design und herausragende Schärfe
Geesthacht (gak) – Majestätisch schwebt der schwere goldene Vorhang zur Seite. Die Pailletten glitzern im Scheinwerferlicht und unterstreichen den eleganten Faltenwurf. Der Vorhang im neuen Kino 2 des Kleinen Theater Schillerstraße (kTS) ist der Blickfang, der eher in ein Opernhaus als in ein ‧Kino mit 111 Plätzen zu gehören scheint. Das Farbkonzept in Gold, Anthrazit, Chocolat und Schwarz gibt dem Design einen edlen Charakter. Die indirekte Beleuchtung mit ockerfarbenen Lichtbändern findet ihre farbliche Wiederholung im Teppichboden. Durch einen breiten Gang, auf dem mittig zwei Rollstuhlplätze angeordnet sind, wird das Parkett von der Loge getrennt. Die Bezüge der jeweils vier Reihen ‧Kinosessel sind chocolatfarben. Die Sitze im Parkett sind etwas schmaler und haben glatte Bezüge, während die etwas breiteren Logensitze mit gecrashten Bezügen versehen sind. Sogenannte »Kuschelbänke« sind im Logenbereich vorhanden, sie haben eine herunterklappbare Armmittellehne. »Aufgrund des größeren Platzbedarfs sind die Sitze der Loge um einen Euro teurer«, erläuterte Ulrich Jacobi, Geschäftsführer und Theaterleiter des kTS.
Die erste Filmvorführung von »Shrek« fand planmäßig am 14. Juli nachmittags statt. Auf allen Plätzen hat der Kinobesucher einen hervorragenden Blick auf die Leinwand. Architekt Heiner Huy sagte: »Wir sind glücklich über das Gesamtkonzept, das stimmig umgesetzt werden konnte. Bei der Abnahme kurz vor der ersten Vorstellung hat alles wie geplant geklappt.« Bei der Umsetzung ergaben sich durch gute Ideen Einsparmöglichkeiten.
Bemerkenswert auch die Gestaltung der Toilettentüren, die sich harmonisch in das Farbkonzept des kTS einpassen und zur Dekoration erhoben wurden, statt ausschließlich funktional zu erscheinen. Architekt Huy weist auf kleine Details hin: »Die Schaukästen wurden mit LCD-Lampen indirekt beleuchtet, das gibt dem kleinen Foyer einen eleganten Charakter.« Mit Blick auf Ulrich Jacobi: »Er ist ein umtriebiger, kreativer Theatermann, der noch viel machen wird.«
»Bauen in Geesthacht macht Spaß«, so Huy. Dies begründet er sowohl mit der guten Zusammenarbeit mit dem Bauherrn Dr. Kramer sowie den überwiegend Geesthachter Unternehmen und der hervorragenden Kommunikation mit den Behörden. Ulrich Jacobi hatte am ersten Tag der Vorführung im neuen Kino 2 die Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen eingeladen und sagte: »Ich sage nicht Danke, weil es ein Auftrag gewesen ist. Ich sage: Respekt!« »Bei solchen Leistungen muss einem um die kleine und mittlere Wirtschaft nicht bange werden«, schloss er und lobte die tolle Zusammenarbeit.
Bei der Sondervorführung konnten sich alle von der hervorragenden Klangqualität, dem gestochen scharfen Bild und den überraschenden Effekten eines 3-D-Filmes überzeugen. Das Kino 2 ist eine in jeder Hinsicht überzeugende Bereicherung der Geesthachter Kulturlandschaft.