06-04-10
Bürgermeister Jürgen Awe zurückgetreten
Lütau (wm) – »Ich bin gesundheitlich angeschlagen und weiß, dass mit der jüngsten Entscheidung der Lütauer Gemeindevertretung, der Zustimmung zur geplanten Biogasanlage, künftig viel mehr Arbeit auf mich zugekommen wäre«, begründete Bürgermeister Jürgen Awe seinen Entschluss, sein Amt zur Verfügung zu stellen und auch seinen Sitz in der Gemeindevertretung aufzugeben. In ihrer Sitzung am Mittwoch, 24. März, hatte die Gemeindevertretung unter anderem die künftige Erweiterung der noch in der Planung befindlichen Biogasanlage erneut beraten und dem entsprechenden Antrag der Betreibergesellschaft, mit Ausnahme der Stimme des Bürgermeisters, entsprochen.
Wie wir berichteten, hatte die Gemeindevertretung bereits im vergangenen Jahr dem Bau einer Biogasanlage an der Straße nach Basedow zugestimmt. Um sich bereits jetzt die Möglichkeit einer Erweiterung zu sichern, hatten die Investoren dann einen entsprechenden Antrag gestellt.
Dieser war vom Sprecher der künftigen Betreibergesellschaft, Walter Schütt, in der Sitzung am 26. November 2009 vorgestellt worden. Bereits damals musste er sich ersten kritischen Fragen stellen, die sich vor allem mit der zu erwartenden örtlichen Belastung durch den künftigen Lieferverkehr befassten.
Sein bereits im Gemeindebrief angekündigter und am 24. März offiziell bekannt gegebener Rücktritt kam für die Lütauer überraschend. »Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, da ich die Arbeit für die Gemeinde sehr gern gemacht habe«, resümierte Jürgen Awe, der auf eine siebenjährige Amtszeit zurückblicken kann. Neun Jahre war er stellvertretender Bürgermeister von insgesamt 16-jähriger Arbeit in der Gemeindevertretung. Auf Lütau werden wohl bezüglich der Planungen zum Bau der Biogasanlage unruhige Zeiten zukommen, da sich mittlerweile eine Bürgerinitiative gebildet hat. Diese hat zu einer Bürgerversammlung am Freitag, 9. April um 19.30 Uhr in den Gasthof Basedau eingeladen. Die Veranstalter der Versammlung sehen die Einwohner bisher unzureichend und teilweise falsch informiert. Diese müssen sich aber auch den Vorwurf gefallen lassen, dass sie es im vergangenen Jahr versäumt haben, zwei öffentliche Sitzungen der Gemeindevertretung, in denen die Pläne vorgestellt worden waren, nicht zur eigenen Information genutzt zu haben.
Am Donnerstag, 22. April um 19 Uhr besteht im Rahmen einer öffentlichen Anhörung eine weitere Möglichkeit, sich zu informieren.