30-03-10
Bringt industrielle Biogasanlage täglich 64 zusätzliche LKW auf Lauenburgs Straßen?
Lauenburg (ud) – Eine Wortmeldung von Günter Aviszus in der Einwohnerfragestunde des Hauptausschusses warf die Frage auf, ob Lauenburg mit zusätzlichen LKW´s im Stadtbild rechnen muss. Durch Niclas Fischer habe der Lauenburger erfahren, dass eine Biogasanlage Ecke Industriestraße/Unterberg auf dem ehemaligen Gelände der Raiffeisenbank geplant ist. Der Bauantrag wurde im November gestellt und sei bereits in Ratzeburg zur Genehmigung. Als Nachbar hatte Aviszus (er wohnt in der Hafenstraße gegenüber der Schleuse) sein Recht wahrgenommen, und sich im Bauamt die Zeichnungen der Anlage angesehen. Nach seinen Informationen soll die industrielle Biogasanlage zwölf Meter hohe Kuppeln bekommen. Da es sich um kein kommunales Bauprojekt handelt, das Worlée-Chemiewerk soll mit Strom und Wärme versorgt werden, ist keine Bürgerbeteiligung vorgesehen, erläuterte Bauamtsleiter Reinhard Nieberg. Er wies darauf hin, dass die Anlage für das Chemiewerk eine Standortsicherung bedeuten könnte.
Günter Aviszus hat beim Kreis Einspruch eingelegt. Er befürchtet zu Spitzenzeiten einen Kollaps für die Hafenstraße. Seinen Informationen nach benötigt die Anlage täglich etwa 64 LKW-Ladungen mit Mist, Gülle und ähnlichem: »Ich weiß nicht, wo Lauenburg mit den Mengen an Mist hinsoll.« Bauamtsleiter Nieberg teilte ihm mit, dass es von Seiten Lauenburgs keine Bedenken gegen die Anlage geben würde. Jetzt sei die Bauaufsichtsbehörde in Ratzeburg mit der letzten Entscheidung beauftragt. Auf kommunaler Ebene habe man wenig Einwirkungsmöglichkeiten. Anfallende Abwasserentsorgung sei im Vorfeld mit dem Boden- und Wasserverband in vielen Gesprächen geregelt worden. Alles übrige läge in den Händen der Fachbehörden. Eine Teilgenehmigung für die Anlage wurde jetzt bereits erteilt, informierte Reinhard Nieberg am 22. März auf Anfrage.