02-08-10
Höhepunkt des Kultursommers
Basedow (wm) – Nur noch wenige Tage, dann ist der diesjährige Kultursommer im Kreis Herzogtum Lauenburg wieder zu Ende. Seit dem 4. Juli machten wieder viele Künstler und Kulturschaffende unter dem diesjährigen Motto »So nah, ganz fern« auf ihre Werke aufmerksam und zogen bei überwiegend sommerlichen Temperaturen Scharen von Besuchern an. Am letzten Kultursommerwochenende profitierten jedoch nur die Akteure und Veranstalter nördlich von Büchen wie in Siebeneichen von dem guten Wetter. Während weiter südlich, in Basedow, zumindest am Sonntagnachmittag Regenschauer so manche Besucher abhielt. Hier, in unmittelbarer Nähe zum Elbe-Lübeck-Kanal, gab es Keramik, Literatur, schmiedeeiserne Kunst mit Klanginstallationen und Malereien. Der Keramik hat sich Christel Ebeling verschrieben. 1980 war sie mit ihrer Familie nach Basedow gezogen.
Anlässlich ihrer Silberhochzeit bekam sie 1986 einen Brennofen geschenkt und begeisterte schließlich auch weitere Basedower für ihr Hobby. Diese Künstlergruppe und auch eine Kindergruppe treffen sich regelmäßig in ihrem Haus am Kanal und nutzen dann die Möglichkeit, wie anlässlich des Kultursommers und des jährlichen Apfel- und Kartoffelfestes, um ihre Arbeiten vorzustellen. Das künstlerische liegt der Familie offenbar im Blut. Ihre Tochter Susannen Feldtmann ist mittlerweile auch in Fachkreisen bekannt.
Sie hat sich der Literatur verschrieben. Vor zehn Jahren entstanden die ersten Kurzgeschichten für die sich schließlich der Verlag Frankfurter Bibliothek interessierte. Aus den Kurzgeschichten wurden schließlich Bücher wie der Roman »Mit dem Herzen wissen«. Diese stellte die Autorin in Basedow vor.
Gleich gegenüber wohnt eine weitere Künstlerin, Sabine Kaufmann. Sie hatte für dieses Wochenende ihr Haus und Grundstück umgeräumt und als Atelier hergerichtet. Installationen und Malereien sind ihr Hobby. Die Baumfällaktion des Wasser- und Schifffahrtsamtes vor ihrem Grundstück am Kanal hatte sie zu einer eigenen künstlerischen Protestaktion veranlasst.
Sie versah die Baumstümpfe mit Holzkreuzen und produzierte Bauminstallationen auch als Klanginstallationen. Die Gäste wurden außerdem mit laufenden Videoaufnahmen zum Thema Baum informiert. Ihren Garten hatte der Hamburger Künstler Piet Morgenbrodt in Beschlag genommen. Als Grafikdesigner hat er sich auch der Arbeit mit Stein, Holz und Schmiedeeisen verschrieben. Zu seinen besonderen Kunstobjekten zählten die kleinen, mit Blattgold verzierten Seelenschiffe. Im Wochenendhausgebiet am Kanal hat sich also eine kleine Künstlerkolonie gebildet, die mit sehenswerten Objekten und Projekten den jährlichen Kultursommer am Kanal bereichert.