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25-04-09

Europas größtes Darmmodell

 


Dr Frank Templin, Chefarzt der Chirurgie und ärztlicher Direktor des Johanniter-Krankenhauses, Sorana Vintila-Beyer, Dr. Ekkehard Schnieber, Chefarzt der Inneren Abteilung des Krankenhauses, und Dr. Melita Mucha, ebenfalls Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis am Runden Berg, haben zusammen mit verschiedenen anderen Kliniken (Boizenburg, Lüneburg) eine Darmzentrums-Kooperation gebildet und sind froh über dieses anschauliche Darmmodell, das etwa 800 Besucher aufklärte.Foto: Dagmar Koschek

Geesthacht (dk) – Das Johanniter-Krankenhaus in Geesthacht hat im Zusammenhang mit der kürzlich erfolgten Gründung eines Darmzentrums einen Tag diesem faszinierenden – und mit am meisten vernachlässigten – Organ in unserem Körper gewidmet. Um die Risiken einer Darmkrebserkrankung (und die großen Vorteile der Früherkennung) aufzuzeigen, konnte das Johanniter-Krankenhaus ein erst kürzlich fertiggestelltes Darmmodell der Felix-Burda-Stiftung, benannt nach dem im Januar 2001 an Darmkrebs verstorbenen Sohn von Dr. Hubert Burda und Christa Maar, nach Geesthacht holen. Zwanzig Meter lang, mehr als drei Meter hoch und zweieinhalb Meter breit, konnte der Besucher in die Rolle eines Endoskops schlüpfen und die verschiedenen Stadien einer Darmerkrankung »durchwandern«. Als das größte begehbare Modell Europas ist es mit anschaulichen Grafiken, Informationstafeln und Symbolen versehen und in vier Abschnitten die Entwicklung von gesundem zu krankem Darm anschaulich dargestellt. So soll Angst vor diesem faszinierenden Organ genommen und Neugierde und Interesse geweckt werden. Denn die meisten Menschen scheuen entweder die mit einer Früherkennung verbundenen Kosten oder betreiben Vogel-Strauß-Politik: »Da wird schon nichts sein«, ist die gängige Annahme. Denn wer spricht schon über seine Wehwehchen in dieser Region seines Körpers, ein völlig falsches Verhalten, denn gerade diese »kleinen« Symptome können Anzeichen einer ernsten Erkrankung sein. Jährlich erkranken rund 73.000 Menschen an Darmkrebs in Deutschland, allein 26 in Geesthacht, 13 in Schwarzenbek und 10 in Lauenburg. Erschreckende Zahlen, die jedoch durch konsequente Vorsorge drastisch verringert werden könnten. »Darmkrebs ist die einzige Krebserkrankung, die sich durch Vorsorge nahezu vollständig verhindern oder in einem so frühen Stadium entdecken lässt, dass der Krebs fast zu 100 Prozent heilbar ist«, so die Argumentation von Sorana Vintila-Beyer, Internistin in der gastroenterologischen Gemeinschaftspraxis am Runden Berg in Geesthacht.

 
Und tatsächlich ist Darmkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern und Frauen in Deutschland und kann innerhalb nur weniger Jahre zum Tode führen. Und deswegen ist eine regelmäßige Kontrolle so wichtig; ausreichend Bewegung und richtige Ernährung tun ihr Übriges. Doch Vorsorge ist das A und O, sie kann Leben retten. Leider ist diese Vorsorgeuntersuchung keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen mehr (erst ab einem Alter von 55 Jahren), doch in Hinsicht auf Chemotherapie, Operation, künstlichem Darm‧ausgang und weiteren erschreckenden Aussichten sollte dies nicht vermieden oder bereits genannte Vogel-Strauß-Politik betrieben werden. Eine Darmspiegelung verspricht rasche und schmerzlose Erkenntnisse, der Patient wird – auf Wunsch – in eine Art Tiefschlaf (keine Narkose!) versetzt und kann in den meisten Fällen mit dem Wissen, er ist gesund, erleichtert nach Hause gehen.



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