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26-05-09

Grüner Spitzenpolitiker solidarisiert sich mit Betriebsrat von Fette

Den Mitarbeitern die "Nackte Angst" nehmen


Der Spitzenkandidat von Bündnis 90/Die Grünen zur Europawahl, Reinhard Bütikofer, im Kreis von Betriebsratsangehörigen vor dem Firmengelände von Fette. Links neben ihm die Vorsitzende des Betriebsrates, Ute Berbüsse, neben ihr der schleswig-holsteinische Spitzenkandidat der Grünen zum Bundestag, Dr. Konstantin von Notz. Foto: Christian Weidner

Schwarzenbek (cw) - Es sind Wahlkampfzeiten, das merkt man dieser Tage: Der Spitzenkandidat von Bündnis 90/Die Grünen, Reinhard Bütikofer, besuchte am Dienstag den Betriebsrat der Firma Fette und solidarisierte sich öffentlich gemeinsam mit seinem Parteifreund Dr. Konstantin von Notz, dem schleswig-holsteinischen Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl, mit den Anliegen der Arbeitnehmervertreter. Das Klima zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung wird offensichtlich schärfer: Während letztere plant, am Standort 250 Stellen abzubauen (wir berichteten) und dies vor allem mit erwarteten Gewinneinbußen von 20 Prozent für das Jahr 2009 und Umstrukturierungsmaßnahmen begründet, regt sich Widerstand auf der Arbeitnehmerseite, dem sich die beiden Grünen-Politiker durch ihren Besuch nun öffentlichkeitswirksam anschlossen.

Der Betriebsrat kritisiert scharf die geplanten Entlassungen, da eine mögliche 24-monatige Kurzarbeit und sonstige Maßnahmen wie Teilzeit, Altersteilzeit, Qualifizierungsmaßnahmen und der flexible Übergang zur Rente nicht ausreichend ausgeschöpft seien, so dessen Vorsitzende Ute Berbüsse.
Während die LINKE in einer Presseaussendung zu den geplanten Entlassungen die alten sozialistischen Kampfparolen von Reichensteuern und »Verbot von Massenentlassungen« aus dem Keller holte, wussten die Grünen-Politiker allerdings zu differenzieren. »Wir müssen von einem Konfrontationsszenario wegkommen und in einen Dialog mit der Geschäftsführung eintreten. Dies lege ich dem Betriebsrat, aber vor allem auch der Geschäftsleitung nahe. Nur dann kann man der Geschäftsleitung klarmachen, dass Entlassungen nur die Ultima Ratio sind und es zuvor mildere Möglichkeiten geben muss, die angewendet werden sollten«, empfahl Reinhard Bütikofer den beiden Seiten.

Dass dazu aber auch der nötige Druck von- seiten der Öffentlichkeit und den Arbeitnehmervertretern gehört, mahnte er allerdings ebenso an: »Ich habe natürlich auch mit den Vertretern der Geschäftsleitung gesprochen und muss leider feststellen, dass zentrale Fragen von ihnen unbeantwortet blieben. Wenn die Personalkosten zu hoch sein sollen, verstehe ich wirklich nicht, warum nicht erst andere Instrumente zur Anwendung kommen, um die Kosten zu reduzieren. Stattdessen sollen hier voreilig 250 Arbeitnehmer entlassen werden. Das ist für mich völlig unverständlich! Die Mitarbeiter leben mit der nackten Angst, dass ein Viertel von ihnen von heute auf morgen entlassen wird. Daher unterstütze ich die Bestrebungen des Fette-Betriebsrates voll und ganz.«

Und auch der aus Mölln stammende schleswig-holsteinische Spitzenkandidat von Bündnis 90/Die Grünen zur Bundestagswahl, Dr. Konstantin von Notz, versicherte dem Betriebsrat seine weitere Unterstützung.

Währenddessen kündigte die Geschäftsleitung der LMT-Gruppe an, zu der Fette gehört, in Kürze erste konkrete Planungen zum Stellenabbau und sonstigen Umstrukturierungsmaßnahmen bekannt zu geben. Wir werden weiter berichten.



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