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03-08-06

Mozartbearbeitungen von Johann Nepomuk Hummel

 


Hochkarätige Besetzung im Augustinum Mölln, v.li.: Peter Clemente, Tibor Benyi, Fumiko Shiraga und Henrik Wiese.

(fe) - Mit einem begeistert aufgenommenen Klavierquartett gastierte das Schleswig-Holstein Musik Festival im Theatersaal des Möllner Augustinums. Zu hören waren Mozart-Bearbeitungen von Johann Nepomuk Hummel: Das Konzert für Klavier und Orchester KV 503 und die Sinfonie Nr. 40 KV 550. Hummels Quartett-Bearbeitungen von Klavierkonzerten und Sinfonien seines Lehrers Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791) sind ein typisches Beispiel für die Musikkultur um 1800. Zum einen wurde mit den Arrangements der Geschmack des bürgerliches Publikums getroffen, zum anderen boten sie der aufkommenden Hausmusik die Gelegenheit, sich mit Musik zu beschäftigen, die zuvor nur dem Adel vorbehalten war.

Daher, so die Fachmeinung, könne bei den Mozart-Bearbeitungen Hummels nicht von einem Klavierquartett im klassischen Sinne gesprochen werden: Flöte, Violine und Violoncello würden bestenfalls begleitend wirken. Der Pianist hingegen habe nicht nur den vollen Orchestersatz zu spielen, sondern auch noch den Solopart zu bewältigen. Und das meisterten die vier Musiker - Fumiko Shiraga (Klavier), Henrik Wiese (Flöte), Peter Clemente (Violine) und Tibor Benyi (Violoncello) - fantastisch. Es war ein Mozart-Abend der Extraklasse. Denn trotz Hummels Bearbeitungen bleibt das Klangbild Mozarts weitgehend erhalten, obwohl die Zeichen einer neuen Zeit unverkennbar sind.
Die Familie Hummels zog 1786 von Preßburg (heute Bratislava) nach Wien. Hier wurde der achtjährige Wunderknabe Schüler von Mozart. Diese Zeit habe Hummel in seinem musikalischen Denken nachhaltig geprägt. Nach ausgedehnten Konzertreisen mit seinem Vater war Hummel an verschiedenen Höfen als Kapellmeister tätig, seit 1819 in Weimar, wo er bis zu seinem Lebensende blieb. Um 1800 galt er als der vielleicht größte Pianist Europas.

Die äußerst einfühlsame Pianistin Fumiko Shiraga wurde in Tokio geboren, lebt aber seit ihrer Kindheit in Deutschland. In der gleichen Besetzung wie in Mölln begann sie 2003 mit der Gesamteinspielung der sieben von Hummel bearbeiteten Mozart-Konzerte für Kammermusikbesetzung; sie wurden mit Preisen ausgezeichnet.

Der in Hamburg aufgewachsene Flötist Henrik Wiese wurde in Wien geboren. In seinem musikalischen Wirken liegt sein Hauptinteresse auf dem Schaffen Mozarts und des Bach-Schülers Philipp Kirnberger. Der geborene Münchener Peter Clemente erhielt seinen ersten Geigenunterricht bereits mit sieben Jahren. Seit 1996 ist Clemente Konzertmeister und Solist der Münchener Kammersolisten. Tibor Benyi wurde in Ungarn geboren und lebt seit 1991 in Salzburg. Er gibt seit 1998 Meisterkurse in Bozen. Seit 1997 leitet Benyi als Dirigent und Solist das Mozart-Kammerorchester und ist künstlerischer Leiter der Salzburger Kammermusik-Akademie. Also, eine äußerst hochkarätige Besetzung, die da im Augustinum zu hören war.




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