21-11-06
»Ehe« zwischen Mölln und Breitenfelde besiegelt
(br) – Mit einem landesweit beispielhaften Vertrag besiegelten die Gemeinde Breitenfelde und die Stadt Mölln nun ihren freiwilligen Zusammenschluss zu einer Verwaltungsgemeinschaft. Einstimmigkeit herrschte dabei auf breiter Linie. Alle Amtsvertreter aus dem 8.000 Einwohner großen Breitenfelde sowie die Stadtvertreter aus Mölln stimmten für den öffentlich-rechtlichen Vertrag, der die Einzelheiten dieser Fusion regelt. Ab dem 1. Januar 2007 gibt es eine einheitliche Verwaltung, die dann auch die Gemeinden Grambek und Lehmrade mit einbezieht. Schon im November werden dafür die Daten- und Aktenbestände Schritt für Schritt zusammengefasst. Die entsprechende Software-Vorbereitung ist bereits in vollem Gang. Stufenweise werden die entsprechenden Ämter dann nach Mölln verlegt, lediglich die Einwohnermeldeämter, die zu Bürgerservice-Büros umgewandelt werden, agieren parallel. Alle Einwohner der Eulenspiegelstadt sowie der Gemeinde Breitenfelde können ab dem 8. Dezember den benutzerfreundlichen Service nutzen.
Vorreiter der Fusion war das Sozialamt Breitenfelde, das bereits seit März im Möllner Stadthaus angesiedelt ist. Lediglich die Gemeinden Grambek und Lehmrade können erst zum 1. Dezember integriert werden. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, folgt das Standesamt Breitenfelde, das ab 18. Dezember mit dem Möllner Amt zusammengelegt wird. Eheschließungen können auf Wunsch aber auch weiterhin in Breitenfelde und Alt-Mölln erfolgen.
Zum Ende des 1. Quartals 2007 soll der komplette Umzug des Teams Breitenfelde mit Ausnahme des Bürgerservice-Büros nach Mölln beendet sein und dort den Einwohnern der Gemeinden Alt-Mölln, Bälau, Borstorf, Breitenfelde, Grambek, Hornbek, Lehmrade, Niendorf/St., Schretstaken, Talkau, Tramm und Woltersdorf eine Anlaufstelle bieten.
Anstoß für diese umwälzende Neustrukturierung gab die Landesregierung Schleswig-Holstein, die die Anzahl der Kommunalverwaltungen im Land verringern möchte.
Für alle vor Jahresende eingegangenen freiwilligen Zusammenschlüsse vergibt das Innenministerium ein »Hochzeitsgeschenk« von 250.000 Euro, womit Breitenfelde und Mölln einen großen Teil der Umbaumaßnahmen finanzieren können. »Dieser Zuschuss hat uns die Entscheidung ein wenig erleichtert«, erläuterte Möllns Bürgermeister Wolfgang Engelmann. Ausschlaggebend sei er jedoch nicht gewesen, betonte der Breitenfelder Amtsvorsteher Friedhelm Wenck, denn an vorderster Stelle stehe die faire Partnerschaft, mit der beide Parteien in die neue Verwaltungsgemeinschaft gingen. Demzufolge bleibt das Amt Breitenfelde selbstständig und hat nach wie vor eine Amtsvertretung. Auch der Schulstandort wird erhalten, so dass die Zukunft der gesamten Region langfristig gesichert ist.