05-11-06
Was wird aus der Pflegeberatung?
(ik) - Das Pflegeberatungsbüro in Mölln ist in akuter Gefahr. Zum Jahresende droht die Schließung dieser Einrichtung. Damit sind auch die vier Mitarbeiter ohne Arbeitsplatz. Das Pflegeberatungsbüro wird seit 2001 getragen durch den Verein Gemeinschaft Pflegeberatung e.V. mit 54 Mitgliedern. Von diesen Trägern und Unternehmen werden ca. 4.000 Pflegebedürftige betreut.
Die finanzielle Ausstattung war 2005 mit einem Gesamtetat von ca. 129.000 Euro ausgestattet und wurde vom Land Schleswig-Holstein und dem Kreis Herzogtum Lauenburg mit zusammen 101.000 Euro und dem Trägerverein mit 28.000 Euro finanziert. Seit Eröffnung der Beratungsstelle stieg die Anzahl der Klientenkontakte stetig an. Die durchschnittliche Zuwachsrate betrug zuletzt fast 40 Prozent.
Das zeige deutlich den wachsenden Bedarf dieser Einrichtung. Durch die qualifizierte Beratung des Pflegeberatungsbüros konnte eine Heimunterbringung im Schnitt um fünfeinhalb Monate hinausgezögert werden. Berücksichtigt man die Kosten, die dem Kreis in der Ausübung der Daseinsvorsorge im Bereich »Hilfe zur Pflege« entstehen, konnten durch das Beratungsbüro im vergangenen Jahr ca. 90.000 Euro im Kreishaushalt eingespart werden. Doch auf der Sitzung des Kreissozialausschusses fiel die Entscheidung, den Zuschuss von 21.000 Euro nicht mehr für die Beratungsstelle bereitstellen. Statt dessen soll das Geld in die Alkohol- und Drogenberatung fließen. »Hier werden Alkohol- und Drogensüchtige gegen Senioren ausgetauscht«, moniert der Seniorenbeirat.