08-06-10
Staunen über Potentiale und Skepsis gegenüber Politik
Schwarzenbek (no) – »Schwarzenbek 2020 – Generationen leben gemeinsam ihre Zukunft – natürlich, vielfältig, stark und engagiert«: So lautet das Fazit der ersten Schwarzenbeker Zukunftswerkstatt. Erstaunt von dem Potenzial, das sich in der gut durchmischten Gruppe von 30 engagierten Bürgern zeigte und den vielversprechenden, teils sehr konkreten Ergebnissen, waren doch die meisten Teilnehmer skeptisch gegenüber der Akzeptanz ihrer Vorschläge in den Reihen der Kommunalpolitiker. Die Tagungsergebnisse der Zukunftswerkstatt werden mit denen der Klausurtagung der Politik im vergangenen Jahre abgeglichen und im nicht öffentlich tagenden Hauptausschuss diskutiert. Welche Konsequenzen daraus, vielleicht sogar schon kurzfristig, gezogen werden, liegt in der Entscheidung der gewählten Stadtvertreter und von Bürgermeister Frank Ruppert. Er hatte die Zukunftswerkstatt eröffnet und sich dann zurückgezogen, um den Bürgern freie Meinungsäußerung zu ermöglichen. Auch Politiker waren nur in begrenzter Anzahl zugelassen zur Zukunftswerkstatt 2020.
Nach Wunsch der Teilnehmer soll es nicht die erste und letzte Werkstatt, sondern der Beginn einer regelmäßigen Bürgerbeteiligung sein. In der Rangliste der wichtigen Themen Schwarzenbek 2020 stand die Stadtentwicklung (mit geforderter Bürgerbeteiligung bei Planungsvorhaben und Verkehrsfragen) an erster Stelle vor Generationenfragen (hier wurden stärkerer Einsatz der Bücherei und VHS ebenso gefordert wie barrierefreie Nutzung öffentlicher Gebäude, Flächen und Verkehrsmittel). Wirtschaft, Bildung, Natur und Umwelt folgten.
Hier ein Auszug der Rückmeldungen an den Moderator der Zukunftswerkstatt Dr. Winfried Kösters, freiberuflicher Journalist, dessen Gesprächsleitung alle Teilnehmer als sehr positiv und unverzichtbar für das gute Gelingen der Veranstaltung einschätzten.
Reinhard Wiese, Schwarzenbek: »Das war eine Veranstaltung mit der guten Zusammenarbeit aller Teilnehmer ohne Vorbehalte mit bedenkenswerten Ergebnissen. Ich hoffe, dass die Politiker auf das hören werden, wars hier gesagt wurde. Dazu kann sicherlich die Zusammenfassung, die Dr. Kösters erarbeiten wird, beitragen und eine Fortsetzung der heutigen Veranstaltung in den kommenden Jahren ist sicherlich auch sinnvoll.«
Rudolf Neumann, Schwarzenbek: »Zu Beginn der Veranstaltung war ich skeptisch, was die zwei Tage bringen können, es für eine Alibiveranstaltung gehalten. Aber nun bin ich positiv überrascht von den Ergebnissen und kann diese Veranstaltungen nur begrüßen. Die Resultate sollten nicht verpuffen und von der Politik positiv aufgenommen werden. Ich kann alle Teilnehmer nur aufrufen, sich in den Parteien oder Wählergemeinschaften zu engagieren, damit unsere Erkenntnisse in die richtigen Ohren kommen.«
Jens Rühl, Schwarzenbek: »Ich bezweifle, dass die Zusammensetzung dieser Runde repräsentativ für Schwarzenbek ist. Es fehlen die jungen Menschen, Migranten, Hartz- IV-Empfänger und auch der Frauenanteil ist recht gering. Eine kommende Gesprächsrunde müsste repräsentativer sein.«
Anja Kober, Schwarzenbek: »Diese zwei Tage waren ein gelungener Anfang der Bürgerbeteiligung. Obwohl sich die Teilnehmer nicht kannten, haben sich alle sehr schnell zusammengefunden. Wir sollten jetzt selbst etwas anfangen und als Vorbild aktiv werden, damit sich mehr Menschen für Schwarzenbek engagieren. Es sollte ein Termin dieser Runde und der Politiker stattfinden, um die heutigen Ergebnisse auszutauschen.«
Marlies Karsten, Schwarzenbek: »Ich bin bei der Einwohnerversammlung im März auf diese Zukunftswerkstatt aufmerksam geworden und erfreut über die Gelegenheit, mich für die Stadt positiv und kreativ einbringen zu können. Die Stimmung und Motivation aller Teilnehmer war sehr hoch.«
Melf Johannsen, Schwarzenbek (jüngster Teilnehmer): »Dies ist nach Schule und Jugendbeirat meine dritte Zukunftswerkstatt und bisher die beste. In den gebildeten Arbeitskreisen gab es gute und teilweise verrückte Ideen, von denen einige es verdienen, umgesetzt zu werden. Die Teilnahme von mehr jüngeren Teilnehmern wäre wünschenswert.«