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21-06-10

Nach Wahl zum neuen Seniorenbeirat: Mit frischem Tatendrang im Amt

 


Von oben links: Helga Bretschneider, Adolf Baumbach, und Eckhard Gerber. Vorne: Ulf Miehe, Hans-Dietrich Zymny, Angela Klatt und Gerd Hagenah. Foto: Christian Weidner

Schwarzenbek (cw) - Etwa 3.600 Wahlberechtigte dürfen in Schwarzenbek den Seniorenbeirat wählen. Sonntag vor einer Woche waren gerade einmal 55 von ihnen gekommen, um den neuen Seniorenbeirat zu besetzen. »Es gab wohl Missverständnisse bei den Einladungen«, tröstet sich der alte und neue Vorsitzende, Hans-Dietrich Zymny und verweist ebenfalls darauf, dass sich nicht jeder ab dem 60. Lebensjahr als Senior fühlt und deshalb vielleicht nicht von seinem Wahlrecht Gebrauch gemacht hat. »Und viele ältere Senioren sind gar nicht mehr transport- oder lauffähig, um zur Wahl zu kommen«, vermutet er.

Irritationen könnte auch die Blockwahl der sieben Kandidaten ausgelöst haben, wie einige Seniorenbeiratsmitglieder glauben. Da sich aber nur sieben Kandidaten für den siebenköpfigen Seniorenbeirat gemeldet hatten, entschied man sich zu einer Blockwahl.

Der neue Seniorenbeirat ist dennoch mit vollem Tatendrang am Werk: »Kontinuität wahren«, heißt es nun erst einmal bei Zimny und seinen sechs weiteren Vorstandsmitgliedern. Und das ist gar nicht so einfach. Stellvertreter ist der langjährige Schwarzenbeker Bürgervorsteher Eckhard Gerber, Schriftführerin Angela Klatt und Kassenführer Gerd Hagenah, die alle bereits im vorherigen Seniorenbeirat ehrenamtlich tätig waren. Neu dagegen sind die Beisitzer Helga Bretschneider, Adolf Baumbach und Ulf Miehe, die den siebenköpfigen Vorstand komplettieren.

Nach den ersten beiden Sitzungen steht fest, dass man an der »bisherigen Linie festhalten wird«, so Vorsitzender Zimny. Gemeint ist vor allem das umfangreiche Programm, das der Seniorenbeirat organisiert: Käthes Frühstück, Sommerfest, Tanz-Tee, Ausfahrten, Kino- und Vortragsnachmittage und Silvesterball sollen auch künftig das Angebot des Seniorenbeirates bestimmen.

Daneben sucht der Vorstand auch Kontakt zu Seniorenbeiräten auf Kreisebene. »Mit unseren Veranstaltungen erreichen wir mehrere Hundert Senioren«, erklärt Beisitzer Ulf Miehe und Eckhard Gerber ergänzt: »Wir brauchen uns nicht zu verstecken, wir erreichen damit mehr als der Kinder- und Jugendbeirat«.

Trotzdem wird der neue Vorstand versuchen, neue Angebote zu etablieren und noch mehr Senioren der Europastadt anzusprechen. »Denkbar sind neben den etablierten Lichtbildvorträgen an den Nachmittagen auch Vorträge mit seniorenspezifischen Themen wie beispielsweise Patientenverfügungen«, sagt Beisitzer Miehe entschlossen. Und auch eine Beratungsstunde für Probleme in allen Lebenslagen wird weiterhin einmal im Monat angeboten.

Ob alle Veranstaltungen tatsächlich stattfinden werden können, ist allerdings fraglich, denn bekanntlich hat die Stadt dem Seniorenbeirat aufgrund der Finanzmisere Gelder streichen müssen. »Wir benötigen dringend Sponsoren für unsere Veranstaltungen und hoffen darauf, dass wir kostenträchtige Veranstaltungen mit Hilfe von Spenden stemmen können«, appelliert Zimny an mögliche Interessenten.

Aber auch politisch möchte der Seniorenbeirat stärker wirken: Man beabsichtigt, im Sozialausschuss für einen Vertreter des Beirates einen Sitz mit Rederecht installieren zu können. »Unser Vertreter soll ja nicht mitabstimmen, das wäre ein zu großer politischer Einfluss«, erklärt Eckhard Gerber. »Aber im Sozialausschuss eine beratende Stimme zu haben, kann nur von Vorteil für die Stadt sein«, schließt er hoffnungsvoll.

Dabei kann der Seniorenbeirat durchaus auf etliche politische Initiativen zurückschauen: In den vergangenen drei Jahren forderte man beispielsweise einen Fußübergang an der Feldstraße, mehr Sitzgelegenheiten im Stadtbild, die Zulassung von mehr Ärzten und die Einrichtung einer Notfallapotheke, die Zuteilung eines Raumes in der Realschule für die individuelle Beratung von Senioren, günstigere Eintrittspreise für das Theater und Maßnahmen gegen Unfallgefährdungen im Brückentunnel. Die meisten Anträge wurden aber aus Kostengründen nicht realisiert. Dagegen ist der vom Seniorenbeirat initiierte Seniorenrabatt beim Taxifahren ein Erfolg, wie Eckhard Gerber mit seiner Rabattkarte lächelnd beweist.



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